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Man machte einander bekannt und die Reisenden erfuhren, daß der Jäger Herr eines wehrhaften Hofes auf dem Maifelde und die Jägerin seine Schwester war. Da der Tag sich der Nacht zuneigte, wählten sie den kleinen Wildgarten auf jenem steilen Sporn als gemeinsame Lagerstatt, wo ihnen eine Felsenkammer schlichtes Obdach bot.

Und hier geschah es, dass der junge Ritter und das schöne Fräulein in Minnebande fielen. Unter wildem Efeu nah der Feuerstelle küssten sie sich, gelobten einander ewige Treue und der junge Ritter beschloss, auf diesem Sporn eine neue Burg zu errichten. Als der Ritter später den Bauplatz roden ließ, trat aus dem dichten Bewuchs des Wildgartens eine Steinstele hohen Alters zutage, deren Inschrift das glückliche Paar zutiefst bewegte. Schien es doch, daß eine hellsichtige Seele in grauer Vorzeit das unverhoffte Jagdglück des jungen Paares und den Bau dieser Burg vorausgesehen hatte.

Der geheimnisvolle Stein blieb lange verschollen. Doch eine weitere Legende sagt, dass er zusammen mit dem sagenhaften Schatz des letzten Ehrenbergers bis auf den heutigen Tag unter den Mauern der Oberburg verborgen liegt. Die Legende sagt weiter, dass die Liebenden, die sich hier mit einem Kuss die Treue schwören, für immer ein Paar sein werden.